Diorama 02

OHNE TITEL

Laura & Johanna

Nikolaj Chazkewitsch

Hans Ehrenberg Schule

„Ein Blick in die Vergangenheit“ – Diorama der Erinnerung

Was du siehst

Tagebucheintrag

Der Tagebucheintrag zeigt, wie die Zeit der Besatzung in Kursk ausgesehen hat und wie er sich gefühlt haben könnte.

„Liebes Tagebuch,

Nun sind wir schon fast drei Jahre unter der russischen Besatzung. Ich hätte auch gedacht, dass es möglich ist, aber es wird immer schlimmer. Immer mehr Menschen aus unserem Dorf werden in Zügen, nein Viehwagons weggebracht. Nicht nach Maly Trastenez, da werden immer nur jüdische Bewohner gebracht. Die Wagons die ich meine fahren in eine andere Richtung. Noch vor drei Monaten waren es nur Soldaten und jetzt werden es immer mehr zivile Jugendliche und Kinder.

Ich habe Angst!

Was, wenn ich in den nächsten Wagon gezerrt und weggebracht werde? Bisher kam noch niemand wieder, der in die Richtung wegfuhr. Doch leider ist das nicht das elzig immer schlimmer werdende Problem: Als die Besatzung angefangen hat dachte ich schon, dass das Essen knapp ist … aber jetzt ist es noch viel schlimmer!

Mama und ich versuchen den ganzen Tag an Essen zu kommen. Manchmal kriegen wir gar nichts und hungern den ganzen Tag. Durch den bleibenden Hunger sterben sehr viele Menschen hier täglich: Es ist grauenhaft durch die Gassen zu laufen und überall liegen abgemagerte leblose Körper.

Und als wäre das nicht schon längst genug wird jeder der sich gegen diese Umstände ausspricht misshandelt und teilweise auf der stelle getötet. Die Albtäume werden jede Nacht schlimmer, ich sehe die Leichen vor mir und höre ihre Todesschreie. Die Angst dass es nie vorbei sein wird wird immer größer. Was wenn ich nie meine Ziele und Träume verfolgen kann und niemals eine Familie gründen kann?

Ich hoffe und bete, dass wir bald wieder in Frieden leben können. Jetzt werde ich mich wieder auf die Suche nach Nahrung machen.“

Personalkarte

Die Personalkarte zeigt, welche Informationen von den Gefangenen dokumentiert wurden.

Weißrussische Flagge

Die weißrussische Flagge zeigt Nikolajs Nationalität und die damit verbundene Identität.

Orthodoxes Kreuz

Das orthodoxe Kreuz zeigt seine Religion und seine Identität, die damit teilweise übereinstimmt.

Stein mit Stern

Der Stein mit Stern zeigt, wie die Grabsteine der Massengräber auf dem Friedhof für sowjetische Kriegsgefangene, auf dem auch Nikolaj begraben liegt, aussehen. Der rote Stern steht für die Sowjetunion und der Spruch darunter dient der Erinnerung.

Figur

Die Figur zeigt sein äußeres Erscheinungsbild, dass er blond und 1,70 m groß ist. Der Mantel ist ihm extra zu groß, womit wir zeigen wollten, dass er nie erwachsen werden konnte, weshalb er nicht in den Mantel passt, weil der für Erwachsene ist.

Reflexion

In unserem Museumskoffer thematisieren wir das Schicksal von Nikolaj Chazkewitsch.

Nikolaj kam aus Weißrussland und verstarb im November 1944 im Alter von 17 Jahren im Stalag 326.

Wir wollten besonders die Informationen, die wir über ihn hatten, veranschaulichen. Die belarussische Flagge steht für seine Nationalität und Herkunft, das orthodoxe Kreuz für seinen Glauben und die Figur für seine Körpergröße und Haarfarbe. Die Personalkarte zeigt die Informationen, die die Nazis während seiner Gefangenschaft über ihn festgehalten haben. Der Stein soll symbolisch für die Massengräber stehen. Der enthaltene Tagebucheintrag wurde von uns auf Grundlage der Hintergrundinformationen zur Kriegszeit geschrieben.

Überrascht und beschäftigt hat uns, dass so wenig über ihn bekannt ist und welch grausames Schicksal er und viele andere erlitten haben.

Wir mussten darauf achten, dass wir seine Persönlichkeit nicht verfälschen, da wir nur sehr wenige Informationen über ihn hatten.

Besucher sollen nachdenklich gemacht werden und versuchen, nachzuvollziehen, wie es war, so früh aus dem Leben gerissen zu werden.

Johanna & Laura

Back to top