Diorama 06

OHNE TITEL

keine Angabe

Wassilij Iwan Pasmurzew

Hans Ehrenberg Schule

„Ein Blick in die Vergangenheit“ – Diorama der Erinnerung

Was du siehst

Zug als Symbol für die Ankunft in Hövelhof

  • Transport in Zügen (nicht immer überdacht)
    • mehrere Tage/Wochen
    • überfüllt, unzureichend Nahrung/Wasser, hygienische Situation war katastrophal → menschenunwürdig
  • manche sowjetische Kriegsgefangene sind erkrankt/gestorben angekommen
  • Danach 5 km Fußmarsch ins Lager

Ehemaliger Kriegsgefangener Dimitrij Orlow:

„[…] Auf der Station, die zu Stukenbrock gehörte, stellte man uns in Kolonnen, jede Reihe bestand aus 5 Personen und die bewaffneten Soldaten umkreisten uns. Sie hatte scharfe Schäferhunde dabei.“
Es wurde ein Kommando gegeben und wir bewegten uns in Richtung unbekannte Zukunft (Vgl. 2.16). Dimitrij betrachtete die Landschaft. Sie erinnerte ihn an seine Heimat (Vgl. 2.17–22). „Alles war gleich und doch alles fremd.“

Ein anonymer Anwohner aus Hövelhof berichtet über die Ankunft der Kriegsgefangenen:

„Als die Waggontüren von dem Kommando aus dem Lager geöffnet wurden, schlug uns eine Geruchswelle entgegen, die bestialisch war. Den Geruch werde ich nie vergessen. Die Menschen fielen dann wie ein Wasserfall aus den Waggons. […] Sie hatten zum Teil ihre abgetragenen Uniformen an, manche nur Unterwäsche oder keine Schuhe.“

Erkennungsmarke

Die Kriegsgefangenen erhielten eine Stalag-Erkennungsmarke aus Metall. Die Marken waren meist oval, besaßen Schlitze zum Durchbrechen und eine doppelt eingeprägte Beschriftung.
Auf der Marke war kein Name eingestanzt, sondern die Bezeichnung des registrierenden Lagers und eine fortlaufende, individuelle Gefangenen Nummer. So wurden die Gefangenen entmenschlicht und ihre Identitäten geklaut.
Verstarb ein Gefangener im Lager, wurde die Marke in der Hälfte zerbrochen. Eine Hälfte wurde mit dem Toten begraben, die andere ging zusammen mit der nationalsozialistischen Personalkarte an die Wehrmachtsauskunftsstelle nach Berlin.

Kamm als Symbol für die „Entlausung“

  • Kriegsgefangene wurden entkleidet, komplett rasiert
    • alles wurde weggenommen
  • Dann ins Desinfektionsgebäude
    • erst ab 1942: Vorher mussten sie sich unter freiem Himmel waschen + rasieren
  • Danach bekamen sie neue Kleidung

Nikolaj Monaschko:

„Als wir gebracht wurden, wurden wir total entkleidet, also nackt ausziehen mussten wir uns. Dann hat man uns gründlich untersucht. Wir wurden alle rasiert, dann gingen wir ins Bad und danach bekamen wir neue Kleidung. Also wir konnten gar nichts mitnehmen – gar nichts. Alles wurde uns weggenommen.“

Kartoffelschäler

Der Kartoffelschäler als Symbol für die Zwangsarbeit: Minderjährige Kinder wurden in der Zwangsarbeit eingesetzt. Sie wurden z. B. in der Küche zum Kartoffelschälen, oder zum Holz spalten und unteranderem im Dienst der Abwehr eingesetzt.

Erinnerungsbrief

Es ist ein Brief aus seiner Perspektive, in dem er über sich und seine Erfahrungen erzählt.
Hinweis: Dieser Brief ist keine von Wassilij echte Verfassung, sondern von uns eine Interpretation seiner Persönlichkeit!

„Wenn das jemand findet, dann sollst du wissen wer ich bin. Ich heiße Wassilij Iwan Pasmurzew und bin 12 Jahre alt. Ich komme aus Witebsk. Ich bin oder war der schnellste Junge in der Nachbarschaft auch wenn ich klein bin, aber die Deutschen die mich hierher gebracht haben konnte ich nicht überholen. Sie sind Monster und Mörder! Ich wünschte ich könnte sie genauso hart schlagen wie sie uns schlagen. Ich würde einen Stock nehmen und immer und immer wieder zuschlagen, so wie sie es tun!
Ich glaube nicht, dass ich mich jemals rächen kann. Wahrscheinlich werde ich nicht mal mehr lange weiter Leben. Viele sind schon hier gestorben. Wir brauchen Hilfe!
Bitte erinnere dich an mich wenn ich tot bin! Ich will nicht mehr nur eine Zahl sein!
Ich bin Wassilij Iwan Pasmurzew“

Personalkarte

Sie wurde wie ein Steckbrief für jeden Gefangenen für die Registrierung erstellt. Sie ist eine Täterquelle und es könnte daher Falschinformation geben.

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