Teilnehmerinnen der Tagung präsentieren ihre Objekte aus dem Workshop „Monotypie“. Rechts im Bild ist Felix Linnemann zu sehen. Er leitete den Workshop.
Foto: Oliver Nickel, 2026.
„Wie wollen wir
erinnern?“
Am 5. Februar 2026 fand im ehemaligen Bad- und Desinfektionsgebäude des Stalag 326 (VI K) Senne, umgangssprachlich als „Entlausung“ bezeichnet, die Tagung „Wie wollen wir erinnern?“ statt.
Zwei Workshops und eine Podiumsdiskussion
Im Rahmen der Tagung wurden zwei Workshops angeboten. Einer davon war ein Kunstworkshop unter der Leitung von Felix Linnemann, an dem auch Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte, mitwirkte.
Nach einer Einführung in die Geschichte des Stalag 326 und einem gemeinsamen Rundgang über den Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter setzten sich die Teilnehmenden künstlerisch mit dem Erfahrenen auseinander. Mithilfe der Drucktechnik Monotypie verarbeiteten sie ihre Eindrücke, Gedanken und Emotionen und brachten diese in eigenen Kunstwerken zum Ausdruck.
Im zweiten Workshop „Digitalisierung“, geleitet von den Mitarbeitern der Gedenkstätte Nathalie Braisdell und Lasse Stoevesandt, beschäftigten sich die Teilnehmenden mit digitalen Formen der Erinnerungskultur. Sie analysierten, erprobten und diskutierten bestehende digitale Angebote und entwickelten eigene Ideen für deren Einsatz in der Gedenkstätte.
Die Vorschläge reichten von einem interaktiven Guide für den Gedenkstättenbesuch bis hin zu eigenen Instagram-Accounts. Kritisch diskutiert wurden auch die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes Künstlicher Intelligenz sowie sogenannter „Holo-Voices“, bei denen Zeitzeug:innen als digitale, hologrammartige Darstellungen erfahrbar gemacht werden.
Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie digitale Technologien zu einer zeitgemäßen, verantwortungsvollen und lebendigen Erinnerungskultur beitragen können.
Podiumsdiskussion – Erinnerung als demokratische Aufgabe
In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Johanna Florentine Dyck, kamen Nathalie Braisdell, Christoph Herkströter vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sowie Andreas Weinhold von der Bildungspartnerschaft NRW, der digital zugeschaltet war, mit dem Publikum ins Gespräch. Schüler:innen, Jugendliche und Lehrkräfte beteiligten sich aktiv an der Diskussion, in der unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen an die zukünftige Gedenkstättenarbeit aufeinandertrafen. Dabei wurden auch kontroverse Positionen ausgetauscht und kritisch hinterfragt.
Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie junge Menschen künftig stärker in die Gestaltung der Gedenkstätte und ihrer pädagogischen Angebote einbezogen werden können und welche Chancen und Herausforderungen digitale Lernangebote für die historisch-politische Bildungsarbeit bieten. Diskutiert wurde insbesondere, wie sich digitale Technologien sinnvoll einsetzen lassen, ohne die eigenständige und kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte aus dem Blick zu verlieren.
Die Diskussion machte deutlich: Jugendliche möchten ihren Besuch in der Gedenkstätte aktiv und selbstbestimmt mitgestalten. Sie wünschen sich die Möglichkeit, eigene Themenschwerpunkte zu setzen, sich selbstständig und mit ausreichend Zeit und Ruhe mit historischen Quellen auseinanderzusetzen und eigene Fragen zu entwickeln. Dabei möchten sie nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern Geschichte selbst entdecken, hinterfragen und ihre eigenen Perspektiven einbringen.
Damit wurde zugleich deutlich, dass die Beteiligung junger Menschen eine wichtige Voraussetzung für eine lebendige und demokratische Erinnerungskultur ist.
Hi, ich bi Yuna!

Du magst nicht so viel lesen? Dann gib dir den Text auf die Ohren, ich lese ihn dir gerne vor.
Johannas Rückblick
Johanna moderierte die Podiumsdiskussion der Tagung.
Mitwirkende der Tagung

Johanna Dyck
Moderation der Podiumsdiskussion
Hej, ich bin Johanna, 19 Jahre alt und lebe seit September 2025 für ein Jahr in Amsterdam! Hier mache ich einen internationalen Freiwilligendienst im Widerstandsmuseum 🙂
Seit 2023 habe ich öfters mit der Gedenkstätte zusammen gearbeitet um meine Perspektive als Jugendliche auf Erinnerungskultur bei Tagungen, Veranstaltungen, Social Media und im Förderverein zu teilen.“

Maya Hemschenherm
Fotos & Videso der Tagung
Maya Hemschenherm hat 2025 ihr Abitur gemacht und absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) im Musée Juif in Brüssel. Dort unterstützt sie die Bildungs- und Erinnerungsarbeit und interessiert sich besonders für die Vermittlung von Geschichte an junge Menschen.
Neben ihrem FSJ engagiert sie sich ehrenamtlich in unserem Förderverein. Im Rahmen ihres Engagements hat sie bei der Tagung Fotos und Videos für die Öffentlichkeitsarbeit erstellt. Es ist ihr wichtig, Erinnerungsarbeit sichtbar zu machen und solche Projekte aktiv zu unterstützen.

Felix Linnemann
Workshopleitung
„Ich bin Felix Linnemann und habe Grafik Design und Kulturvermittlung studiert. Atkuell arbeite ich im Interkulturellen Zentrum Hövelriege und interessiere mich für die Vermittlung von Kunst und Gestaltung mit Bezug auf politische Themen. Besonders spannend finde ich analoge Kreativ-Techniken wie drucken, malen und töpfern.“
ERINNERUNG & DIE NEUE GEDENKSTÄTTE
Mit der Tagung „Wie wollen wir erinnern?“ wurde ein erster Schritt unternommen, junge Menschen stärker an der Gestaltung der Erinnerungskultur zu beteiligen. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass die zukünftige Gedenkstättenleitung die Wünsche, Ideen und Perspektiven der Schüler:innen und Jugendlichen ernst nimmt und ihnen auch künftig Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung eröffnet.
Die bisherigen pädagogischen Angebote der Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne und das Projekt MemoryMaker zeigen bereits, wie historische Wissensvermittlung mit selbstständigem Lernen, kritischer Auseinandersetzung und aktiver Beteiligung junger Menschen verbunden werden kann.
An diese Erfahrungen gilt es anzuknüpfen und die Beteiligung junger Menschen als festen Bestandteil der zukünftigen Gedenkstättenarbeit weiterzuentwickeln.
Ergebnisse des Workshops „Monotypie“
Einzelheiten zum Workshop „Monotypie“ sowie die Ergebnisse der Künstlerinnen und Künstler findest du auf der Unterseite des Workshops.
























